Tagesbericht Genf Montag, 13.12.10

Montag, der 13.12.10 war der erste Tag in Genf. Wie jeden Tag frühstückte die komplette Gruppe gemeinsam in der Jugendherberge und gegen 9 Uhr begann der erste Ausflug Richtung Cern, das ca. 30 Minuten Bahnfahrt von unserer Jugendherberge entfernt war. Nachdem wir an der Rezeption am Cern empfangen wurden, stellte der Cern uns einen Shuttle zum Common Muon Proton Apparatus for Structure and Spectroscopy, kurz gesagt COMPASS.

Das COMPASS – Experiment am Cern, dass auf französischen Gebiet ausgeführt wird, untersucht die Spinstrucktur des Protons durch Myon – Proton – Streuung. Insbesondere werden die Spinbeiträge der Quarks und Gluonen untersucht, ebenso wie die Beiträge durch deren Bahndrehimpulse. Damit uns die Führer die Fachbegriffe besser erklären können, wurden die Gruppen aufgeteilt. Der Spin ist eine quantenmechanische Eigenschaft von Elementareigenschaften, die in der klassischen Physik nicht verwendet wird, also eine Art von nichtklassischer Eigenrotation. Das Myon ist ein Elementarteilchen, das dem Elektron ähnelt, jedoch eine deutlich höhere Masse aufweist. Wie das Elektron ist es mit einer Elementarladung negativ geladen und besitzt einen halb zahligen Spin. Weiterhin wurde uns von den Guides erklärt was die Quarks sind, nämlich sind es die kleinsten Elementarteilchen, aus denen man sich die Atomkern – Bausteine Protonen und Neutronen aufgebaut denkt. Als die Führung im COMPASS Komplex zu Ende war wurden wir wieder mit dem Cern – Shuttle zur Rezeption des Cern`s gefahren. Vorort wurden wir von Jan Therhaag abgeholt, da es unser erstes Treffen mit ihm war, stellte er sich erstmal vor. Danach führte er uns Richtung Cern – Kantine, an der wir eine Stunde Zeit hatten unser Mittagessen, im Gegensatz zu anderen Orten kostengünstig, zu uns zu nehmen. Nach dem Essen wurde uns gezeigt, wo der Physiker Tim Berners – Lee das Internet im Jahre 1989 erfand, jedoch wurde es nicht als das „Internet“ erfunden, sondern als eine Lösung des Problems der Datenübertragung zwischen den verschiedenen Instituten. Zum Abschluss des Tages hielt ein Arbeitskollege von Jan Therhaag einen Vortrag, indem er uns grundsätzlich nochmal über das Cern informierte und was die Absicht der Forscher bei den Experimenten ist. Weiterhin erklärte er uns die verschiedenen Beschleuniger die sie beim Cern benutzen, wie z.b der Large Hadron Collider

(LHC), bei dem die Hadronen in einer Vakuumröhre auf nahezu Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und zur Kollision gebracht werden, um so unterschiedliche Elementarteilchen zu erzeugen. Die Wissenschaftler erhoffen sich bei diesen kostspieligen Experimenten den experimentellen Nachweis des bislang nur hypothetischen Higgs – Teilchen. Um den Referenten unser Feedback zu geben, trafen wir uns nochmal in der Cern–Kantine. Dort konnten wir ihm und Jan Therhaag nicht nur nur unsere Eindrücke über den Vortrag mitteilen, sondern auch nochmal inhaltliche Fragen stellen. Um halb 6 traten wir dann wieder die Reise in die Jugendherberge an und ab dann durften wir in Kleingruppen den Abend frei gestalten.