Vorstellung des Fachbereichs Deutsch

N. Adler; R. Albert, Ch. Antony; P. Budde;  L. Gilgen; H. Halberstadt; U. Hemerka; M. Hublow; Ch. Kanert; E. Marzin; Ch. Mühe; T. Müller-Behet; M. Müllner; G.  Pfeifer; B. Pullmann; N. Schulte; R. Servatius; I. Meinikmann; H. Rehring; C. Spatz-Moritz; A. Stolzenwaldt; N. Theobald; W. Veltjens, H. Zalud

Die Gruppe der Fachlehrerinnen und Fachlehrer im Fach Deutsch ist eine der größten, das Fach Deutsch hat einen hohen Stellenwert am TGK. In den regelmäßigen Konferenzen der Fachschaft stimmen wir unser Angebot aufeinander ab und pflegen einen intensiven kollegialen Austausch. Fachschaftssprecherinnen sind Frau Pfeifer und Frau Zalud.
Im Mittelpunkt der Arbeit im Deutschunterricht stehen:

  • Literatur erfahren in analytischen, produktiven und kreativen Verfahren
  • Aufsatzerziehung (Schreibkompetenz)
  • Förderung der Sprachkompetenz
  • Förderung der Sprechkompetenz
  • Förderung der kommunikativen Kompetenz
  • Förderung der Medienkompetenz
  • Leseförderung
  • Rechtschreibförderung

Die Arbeit im Unterricht wird dabei durch zahlreiche außerschulische Aktivitäten und Teilnahme an Wettbewerben unterstützt und vorangebracht.

  • In Klasse 5 genaue Analyse der Rechtschreibkompetenz (Münsteraner Lernserver). Beratung und gezielte Förderung der einzelnen Schülerinnen und Schüler, Ansprechpartnerin: Frau Rehring
  • Gezielte Förderung der Kinder, deren Herkunftssprache nicht Deutsch ist, Ansprechpartner: Frau Albert
  • Teilnahme am Vorlesewettbewerb in Klasse 6, Ansprechpartnerin: Frau Zalud
  • Leseförderung durch Lesungen am Taunusgymnasium, Ansprechpartnerin: Frau Zalud
  • Teilnahme am Wettbewerb „Jugend debattiert“ ab Klasse 9, Ansprechpartner: Herr Meinikmann, Zeitungsprojekte der Stiftung Lesen und des Izop-Institutes (FAZ-Projekt „Jugend liest)
  • AGs am TGK: Theater-AG, Ansprechpartnerin: Frau Servatius, Frau Spatz-Moritz; AG- Schülerzeitung, Ansprechpartner: Herr Müllner;
  • Außerschulische Lernorte wie Theater-, Literaturhausbesuche und Lesungen
  • Teilnahme an Wettbewerben im Rahmen der Begabtenförderung am TGK

Das TGK verfügt über eine Bibliothek, die von Eltern geleitet wird und den Schülerinnen und Schülern an allen Wochentagen bis 15.00 Uhr zur Verfügung steht. Dort können Bücher gelesen und entliehen werden; für Recherchen stehen aber auch PCs zur Verfügung.

Der große Diktatwettbewerb – unser erster Schulentscheid

Auf die Aufforderung „Komma vorbei und mach den Duden!“ hin fanden sich die 25 besten Rechtschreiber der E1 und Q1 am 6.2.2017 zum Diktat ein. Sie schrieben zum Thema „Ausgebüxt und wiedergefunden“ ein Diktat mit Tricks und Tücken, das von der polytechnischen Gesellschaft, dem Ausrichter des bundesweiten Diktatwettbewerbs, ausgetüftelt worden war.
Und danach standen sie fest: Die Schulsieger, die zu fünft mit ihren Siegerurkunden zum Finale des Bundesentscheids nach Frankfurt fahren. Am 16.2.2017 wurden die Urkunden verliehen. Die ersten drei Plätze bekamen zusätzlich noch vom WOB gesponserte Cafeteriagutscheine. Ganz herzlichen Dank dafür!
Mit ihrem neuen Team erhoffen Peter Budde und Gabriele Pfeifer dieses Jahr im Schülerwettbewerb Punkte für das TGK. Nun sind müssen nur noch die Lehrer und Eltern mithalten…

 

Vorlesewettbewerb 2016

Beim diesjährigen Vorlesewettbewerb der sechsten Klassen am Freitag, den 9. Dezember 2016, in unserer Schulbibliothek konnte sich Emma Gerlach, Klasse 6b, als Schulsiegerin qualifizieren. Sie las aus Martin Gülichs Jugendroman "Der Zufall kann mich mal" und konnte durch ihre ruhige und sichere Art des Vortragens, auch beim Fremdtext, überzeugen. Den zweiten Platz errang Nils Bischof, Klasse 6e, mit seiner Präsentation aus Andreas Steinhöfels Roman "Rico, Oskar und die Tieferschatten". Alle Vorleser durften sich anschließend wieder über Buchgeschenke freuen, die die Buchhandlung "Millenium", wie seit vielen Jahren, gesponsert hatte.

 

 

Vorlesewettbewerb 2014/2015

Beim diesjährigen Vorlesewettbewerb der sechsten Klassen am Donnerstag, den 06. Dezember 2014, ging Jonathan Smith aus der Klasse 6b als Schulsieger hervor. Vor einer interessierten Zuhörerschaft las er in der Bibliothek sehr lebhaft und anschaulich aus Jamie Thomsons Fantasieroman "Dark Lord". Den zweiten Platz errang Silja Kasper aus der Klasse 6e, die ebenfalls sehr gelungen eine Passage aus "Die Spione von Myers Holt - Eine gefährliche Gabe" von Monica M. Vaugham vorlas.

Deutsch für Semantiker

Am Sonntag, den 18. Dezember, um 18.00 Uhr war es so weit: Unter dem Titel „Deutsch für Semantiker“ gelangte im Taunusgymnasium zu Königstein das erste schulinterne Kabarett auf die Bühne. Unter der Leitung von Franz-Peter Budde trugen 15 Schülerinnen und Schüler dazu bei, dass das eine sehr gelungene Veranstaltung wurde mit viel Spaß und Gelächter im Publikum.

Das Programm begann mit zwei gespielten Bilderrätseln. „Ziehharmonika“ und „Liveübertragung“ wurden szenisch dargestellt. Nach ein paar Anmerkungen zu Literaturnobelpreisträger Bob Dylan war der Schriftsteller Bertolt Brecht an der Reihe, genauer gesagt, eine ausgeweitete Version seiner Keunergeschichte „Wenn die Haifische Menschen wären“. Während Franz-Peter Budde Herrn Keuner gab, brillierte die Fünftklässlerin Annika Hellbach in der Rolle der Tochter der Wirtin des Herrn Keuner. Nun folgte ein längerer Block sehr gut vorgetragener Gedichte von Schriftstellern wie Wilhelm Busch, Heinz Erhardt, Ernst Jandl, Sarah Hakenberg, Joachim Ringelnatz, Marco Tschirpke und Trochäo Sonetti. Im Anschluss standen verschiedene Wortspielkategorien auf dem Plan. Die Kategorien „Zungenbrecher, Gemischtes Doppel, Bild mal`n Satz mit…“ wurden genüsslich zelebriert. Nach ein paar Schülerzitaten und einigen Zitaten aus der Welt des Fußballs sangen Louise Funda und Josephine Hammerschmitt ein weiteres Gedicht im Duett. Den Abschluss bildete wieder ein dialogisches Lesestück mit dem Titel: „Ein Meerkatzensprung bis zum Teufel“. Diesmal war es Alea Mesterharm, die mit gekonnter Mimik die eine oder andere Frage zu Mephisto und seinen Machenschaften thematisierte. Selbstverständlich bekam sie von Franz-Peter Budde auf jede Frage eine ausführliche Antwort, die für sie jedoch nie restlos zufriedenstellend war.

Nach diesem Programmpunkt war es nunmehr 19.50 Uhr. Aus den geplanten 80 Minuten waren 110 Minuten geworden. Insgesamt war das eine entspannte und lustige Familienfeier der TGK-Großfamilie mit Eltern, Kindern in allen Altersstufen, ehemaligen sowie aktuellen Schülerinnen und Schülern und mit einem gut erzogenen Hund, der, vor der ersten Reihe liegend, alles im Blick hatte.    

An diesem rundum tollen Abend sind aufgetreten: Annika Hellbach, Alea Mesterharm (Dialogkabarett), Anne Burkhardtova, Matea Jancjic, Tom Eiserbeck, Giorgos Malfas, Hella Todt (Spaßlyrik), Louise Funda, Josephine Hammerschmitt, Nicolas Maute, Jonas Richter, Nicolas Wissemann (Wortspiele und Gesang), Anneke Eichert, Amelie Löblich, Jakob Kreft, Leif Stielow (Gespieltes Bilderrätsel), Esrom Berhane, Benedikt Hock (Tontechnik).

Am Samstag, den 28.01.2017, um 19.30 Uhr und am Mittwoch, den 08.02.2017, um 19 Uhr werden auf vielfachen Wunsch weitere Aufführungen stattfinden. 

Franz-Peter Budde 

 

Der Autor Robert Domes liest aus seinem Buch „Nebel im August“

Empathie. Empathie ist wohl der zentrale Begriff und Schlüssel zugleich dafür, wie es Robert Domes gelang, sich in die Psyche eines letztlich zum Tode verurteilten Fünfzehnjährigen hineinzuversetzen. Enormes Einfühlungsvermögen in das Innenleben und die immer ausweglosere Situation seines Protagonisten spricht aus seinen Schilderungen, in jedem Satz seines Buches. Ebenso aus den Worten, die er wählte, um den Schülerinnen und Schülern der Stufe E1 des Taunusgymnasiums die, im Laufe der Zeit immer desolatere Situation eines jungen Heranwachsenden, der in der Zeit des Nationalsozialismus' der „falschen“ Bevölkerungsgruppe angehört, mit einer Plastizität vor Augen zu führen, die bei seinem jugendlichen Publikum im Theatersaal des Taunusgymnasiums spürbar Betroffenheit auslöste. „Nebel im August“ ist das Werk betitelt, aus dem Domes las; es ist mittlerweile in der achten Auflage erschienen. 2016 wurde es mit respektabler Besetzung verfilmt. 

Domes’ Protagonist ist die historische Figur Ernst Lossa, geboren am 1. November 1929 in Augsburg, gestorben – ermordet von Nazi-Schergen in weißen Kitteln in einer sogenannten Heilanstalt bei Kaufbeuren – am 9. August 1944. Er war Kind junger Eltern, die der Jenischen angehörten. Die Jenischen waren eine heterogene Bevölkerungsgruppe von Fahrenden – Hausierer, Handwerker, Kesselflicker, Scherenschleifer, Artisten, Schaubudenbetreiber auf dem Rummelplatz – und sie waren die erste der, unter den neuen Machthabern des Deutschen Reichs verfolgten Gruppen. Sie wurden – wie alle, die mehr oder weniger als „nutzloses Gesindel“ eingestuft wurden - unter dem Begriff „Zigeuner“ subsumiert, obwohl sie nicht den Sinti oder Roma angehörten. Ihre Kinder wurden oft zwangsweise in staatliche „Obhut“ genommen, so auch Ernst Lossa: Er war kein Unschuldslamm, aber sicher auch kein Schwerverbrecher und schon gar nicht psychisch gestört. Nach diversen Aufenthalten in Erziehungsheimen schließlich ist Ernst in der jugendpsychiatrischen Heilanstalt Irsee bei Kaufbeuren mit der Diagnose (!) „asozialer Psychopath“ auch mit Schwerstkranken zusammen, die dem Euthanasie-Programm der Nationalsozialisten zum Opfer fallen. Schließlich wird mit zwei Morphiumspritzen auch der Tod des Fünfzehnjährigen herbeigeführt. Auf dem Totenschein findet sich, wie so oft bei den „Todesfällen“ in der Anstalt, der Eintrag „Bronchiopneumonie“. 

Ursprünglich – so gestand Domes seinen Zuhörern – wollte er sich gar nicht mit dem Fall beschäftigen, weil er ihn als zu belastend empfand. Dr. Michael von Cranach, Direktor des Bezirkskrankenhauses Kaufbeuren von 1980 bis 2006, hatte ihn auf den Fall des Ernst Lossa aufmerksam gemacht. Cranach befasste sich intensiv mit der Erforschung der Psychiatrie im Nationalsozialismus und engagierte sich klinisch und in internationalen Gremien für die Aufhebung der Ausgrenzung psychisch kranker Menschen. Schließlich war es das Foto von Ernst aus der Krankenakte, das den gelernten Journalisten Domes dann doch nicht losließ. „Das Gesicht hat mir so viele Fragen gestellt“: die Art, wie Ernst den Betrachter anschaut, wach, intelligent, eindringlich, herausfordernd und zugleich tieftraurig, Kind und Erwachsener zugleich. Ein Gesicht, das für Robert Domes für all die etwa 200.000 psychisch kranken Menschen steht, die zwischen 1939 und 1945 von Ärzten und ihren Mithelfern auf persönlichen Erlass Hitlers für „lebensunwert“ erklärt, entwürdigt, gequält und ermordet wurden. Dabei war Ernst Lossa im eigentlichen Sinne gar nicht psychisch krank, aber eben unerwünscht. Ihm wurde mit dem Ziel, ihn zu beseitigen, wie vielen anderen auch das Etikett des gemeingefährlichen Psychopathen angeheftet. Nicht nur einige wenige waren die Täter, sondern die Mehrheit, die Elite der deutschen Psychiater. Derlei Massenmorde überstiegen das menschliche Vorstellungsvermögen, erklärte Domes seiner jungen Zuhörerschaft, aber in einem konkreten Fall, dies sei sein Ziel gewesen, könne man mitfühlen und besser verstehen, ähnlich wie im Fall der Anne Frank. 

Das Gerüst aus den, von ihm in fünf Jahren minutiöser Arbeit recherchierten Fakten dient Domes als Rahmen für all die Szenen, Dialoge, Gefühle, die er – mehr oder weniger nah an einer wahrscheinlichen Wahrheit – in diesen Rahmen hineininterpretiert. Er habe versucht, die Augenhöhe von Ernst Lossa einzunehmen, ihm gleichsam über die Schulter zu schauen. Dies gelingt ihm mit bildkräftiger Sprache überaus einfühlsam und mit großem stilistischem Facettenreichtum. Die Ausschnitte aus seinem Buch, die er bei der Lesung vortrug, bezogen sich auf einzelne Stationen in Ernst Lossas kurzem Leben, die zeitlichen Abstände dazwischen überbrückte Domes mit kurzen, verbindenden Erklärungen. Die Fragen, die nach dem Vortrag aus dem zuvor wie gebannt lauschenden jungen Auditorium kamen, zeugten von großer Ernsthaftigkeit im Umgang mit der Problematik. Die Schreibphase sei kritisch gewesen, ließ Domes die Schülerinnen und Schüler wissen, oft habe er sich nahe an einer Depression befunden, völlig eingehüllt in die Problematik. Diese Offenheit und Authentizität, aber eben auch die außergewöhnliche Fähigkeit des Autors zur Empathie waren es, die dieser Veranstaltung eine ganz besondere Qualität verliehen. jw

 

 

Christina Herold und Jonas Wahl gewinnen den Schulwettbewerb Jugend debattiert

Königstein, 14. Februar 2017. „Das Thema war wirklich schwer“, meint Jenny Wolny nach der Finaldebatte des diesjährigen Schulwettbewerbs von Jugend debattiert. "Soll für die Nutzung von Sozialen Medien eine Klarnamenpflicht eingeführt werden?"  lautete die herausfordernde Streitfrage, über die Laurenz Seibert, Niklas Kuchenbrandt, Jenny Wolny und Jonas Wahl im Theaterraum des Taunusgymnasiums zu debattieren hatten. Die drei Jungs nicken zu Jennys Bemerkung. In Jugend debattiert-Schulen wie dem Taunusgymnasium debattieren Jugendliche regelmäßig solche aktuellen schulischen und politischen Streitfragen. In der Unterrichtsreihe Jugend debattiert verbessern sie nicht nur ihre Ausdrucks- und Gesprächsfähigkeit, sondern stärken durch Recherche-Übungen auch ihre Sachkenntnis und Überzeugungskraft. Im anschließenden Wettbewerb gilt es, die neu erworbenen Kompetenzen unter fairen Regeln einzusetzen.

So gelang es den vier Schülern, zu der anspruchsvollen Debatten-Frage auf hohem Niveau die Pro- und Contra-Argumente gegenüberzustellen und in einer regen Diskussion gegeneinander abzuwägen. Vor allem Jonas Wahl überzeugte durch eine große Eloquenz und eine umfangreiche Sachkenntnis. Wie im letzten Jahr sicherte er sich den ersten Platz in der Altersstufe II (Oberstufe) vor der zweitplatzierten Jenny Wolny.


Sehr kreativ zeigten sich Julia Richter und Linus Dittmer bei der Debatte der neunten Klassen (Altersstufe I). Sie mussten zum Debattenthema "Sollen die landesweiten, verpflichtenden Schulferien durch individuell wählbare Urlaubstage ersetzt werden?" die Pro-Seite vertreten. Hier präsentierten Sie zunächst ein ausgefeiltes Konzept, wie ein derart revolutionäres Vorhaben realistischerweise umgesetzt werden kann. Christina Herold und Noah Maier auf der Contra-Seite erwiesen sich jedoch als strenge Kritiker. Insbesondere Christina Herold konnte dabei auf eine breite Faktenbasis zurückgreifen, die sie für eine überzeugende, sachkundige Argumentation nutzte. So siegte sie in der Altersstufe I am Ende knapp vor Linus Dittmer.


Die beiden Erstplatzierten vertreten das Taunusgymnasium in der nächsten Woche beim Regionalwettbewerb an der Bischof-Neumann-Schule.

 

Diktatwettbewerb 2017 (von Franz-Peter Budde)

Am Donnerstag, dem 11. Mai, war es um 16.00 Uhr wieder soweit. Das überregionale Finale des großen Diktatwettbewerbs 2017 fand traditionsgemäß in der Aula des Frankfurter Goethegymnasiums statt.
Das Taunusgymnasium nahm in diesem Jahr zum dritten Mal teil. Das diesjährige Team setzte sich wie folgt zusammen: Frau Dittmer für die Eltern, Frau Pfeifer und Herr Budde für die Lehrerschaft, Stella Peters (Schulsiegerin), Heona Lee, Nicolas Wissemann, Jonas Wahl und Jannik Dietzel für die Schülerschaft, sowie Juliane Walther und Linus Dittmer in der Nachwuchsabteilung.
 „Im Taunus ist gut morden“, lautete der Titel des eigens für den Wettbewerb verfassten Diktattextes aus der Feder von Nele Neuhaus, die es mit ihren Taunuskrimis mittlerweile zu deutschlandweiter Berühmtheit gebracht hat. Die Krimiautorin hatte so manche orthographische Nickeligkeit eingebaut und so sammelte man während des Diktats Fehler um Fehler. Ein paar Beispiele, die selbstverständlich korrekt geschrieben sind: bis zum Gehtnichtmehr, ein Juchhuruf, gänsehauterregende Atmosphäre, in null Komma nichts. Tja, da staunt der Fachmann und der Laie wundert sich. Das alles focht Frau Gabriele Pfeifer jedoch nicht an. Ihr gelang es, bei diesem Event die ersten Meriten für das Taunusgymnasium einzuheimsen. Sie errang in der Lehrerkategorie mit lediglich fünf Fehlern den dritten Platz. Glückwunsch! Und das Taunusgymnasium greift im nächsten Jahr wieder an, denn das Ziel ist ganz klar, in der Schülerkategorie einen Podestplatz zu erreichen. Das wird im nächsten Jahr mit neuer Vorbereitung erneut angegangen.

Frühlings Erwachen

Von Franz-Peter Budde

Wir haben es ein drittes Mal getan. Wir sind noch einmal nach Berlin gefahren zum Berliner Ensemble, um uns Frank Wedekinds Kindertragödie „Frühlings Erwachen“ unter der Regie des nunmehr achtzigjährigen Claus Peymann anzusehen und zu erleben. Mit dabei waren: Malwin Bornitz, Laura Bungarten, Louise Funda, Carlotta Gerstein, Marcel Heep, Jonas Richter, Samuel Sasso, Rohan Sawahn, Lena-Louise Schall und als betreuender Lehrer Franz-Peter Budde.
 „Frühlings Erwachen“ handelt von Kindern, in denen im Frühling ihres Lebens nicht völlig überraschend die Sexualität erwacht, und die dann keine Ahnung haben, wie damit umzugehen ist, denn das Thema ist bei den Erwachsenen absolut tabu. Ursächlich dafür sind zur damaligen Zeit: Katholizismus, Pietismus und Preußentum. Festgemacht wird die Problematik auf der weiblichen Seite an  Wendla Bergmann, die in dem Glauben heranwächst, dass Frauen nur dann Kinder bekämen, wenn sie verheiratet seien. Durch inständige Nachfrage kann Wendla ihrer Mutter entlocken: „Um ein Kind zu bekommen, muss man den Mann, mit dem man verheiratet ist, (…) lieben, wie sich`s nicht sagen lässt! (…) Jetzt weißt du`s.“ Das Schlimme an dieser Pseudoaufklärung ist, dass die Mutter glaubt, mit ihren Ausführungen an die äußerste Grenze des Statthaften gegangen zu sein. Auf der männlichen Seite heißt der primäre Protagonist Melchior Gabor. Er ist getrieben von männlichen Phantasien, die er offensichtlich nicht kontrollieren kann. Das wirkt sich insofern verhängnisvoll aus, als er Wendla auf einem Heuboden vergewaltigt und dabei schwängert. Um der gesellschaftlichen Ächtung zu entkommen, lässt Frau Bergmann im Verbund mit dem Hausarzt einige der damals bekannten Varianten des versuchten Schwangerschaftsabbruchs in die Praxis umsetzen. Wendla überlebt diese Praktiken nicht und stirbt offiziell an der Bleichsucht. Melchior Gabor wird auf Initiative seiner Eltern hin in eine „Korrektionsanstalt“ eingewiesen, in der er weiterer Verrohung ausgesetzt ist. Eine Antwort darauf, wie mit Sexualität umzugehen sei, bekommt er von der männlichen Peergroup auf eher sportliche Weise demonstriert. Fakt aber ist: Aufklärung bleibt tabu. Den zweiten männlichen Protagonisten Moritz Stiefel treibt derweil die Erwartungshaltung seiner Eltern in den Suizid. 
Von der Premierenbesetzung aus dem Jahr 2008 hätten am heutigen Abend (13.06.2017) nur noch die beiden männlichen Protagonisten Lukas Rüppel als Moritz Stiefel und Sabin Tambrea als Melchior Gabor auf der Bühne gestanden, sagte Regisseur Claus Peymann in der Nachbesprechung zur Aufführung. Derartig weitreichende Umbesetzungen veränderten natürlich die ursprüngliche Aufführung nicht unerheblich, fügte er nicht ohne Grund hinzu, denn dass die Rolle der Wendla Bergmann mit Karla Sengteller nicht optimal besetzt war, dürfte Peymann zähneknirschend konstatiert haben. Dennoch haben wir eine gute Aufführung gesehen, wenngleich nicht die sehr gute, bei der ich am 24.05.2013 zugegen sein durfte.
Den Schauspieler Lukas Rüppel kannten wir bereits aus Frankfurt, wo er uns als Missionar Rose in Dürrenmatts „Physikern“ begegnet ist und Sabin Tambrea ist inzwischen aus Film und Fernsehen so bekannt, dass er nach dem Publikumsgespräch besonders bei den jüngeren Zuschauerinnen zum beliebten Selfiepartner avancierte. Das belegt unter anderem das Foto mit Louise Funda, das an diesen Artikel angehängt ist.
Bleibt anzufügen, dass das Lesen des Theaterstücks auf der Hinfahrt im ICE verpflichtend war, was in der Fahrzeit von viereinhalb Stunden gut zu bewältigen war. Meines Erachtens kann man nämlich die Qualität einer Aufführung nur dann richtig ermessen, wenn man mit dem Originaltext des Stückeschreibers vertraut ist. Eben diesen Originaltext bringt Peymann in seinen Inszenierungen möglichst originalgetreu auf die Bühne. Textumschreibungen und eingespielte Videoinstallationen verabscheue er zutiefst, denn für den Text sei nun mal der Stückeschreiber zuständig und Videosequenzen lenkten vom Spiel des Schauspielers ab und schmälerten letztlich gar dessen Leistung. So lautete in etwa Peymanns Credo am Ende des Publikumsgesprächs.
Das war nun der dritte und letzte Teil unserer Berliner Peymanntrilogie. Mutter Courage und ihre Kinder, Prinz Friedrich von Homburg und Frühlings Erwachen unter der Regie von Claus Peymann: Das haben wir einfach mal im Kasten und das wird es nun nicht mehr geben. Das erlebt zu haben, ist ein ziemlich gutes Gefühl.