Die Erdkunde-Fachschaft des Taunusgymnasiums

Erdkunde – was macht man damit?

Womit beschäftigt sich die Erdkunde, beziehungsweise ihre Bezugswissenschaft, die Geografie?

Geografen erforschen die Welt und beschreiben sie. Diese umfangreiche Arbeit erfordert eine größere Methodenvielfalt als die meisten anderen Wissenschaften. Es werden Fernerkundungen per Flugzeug und Satellit unternommen, Wasser- und Bodenproben gesammelt und im Labor naturwissenschaftlich untersucht, Interviews werden nach gesellschaftswissenschaftlichen Gesichtspunkten konzipiert und statistisch ausgewertet.

Gegründet wurde diese Wissenschaft im dritten Jahrhundert vor Christus von dem Gelehrten Eratosthenes im Hinblick auf die Notwendigkeit, enzyklopädisches Wissen über die Erde, speziell über unerforschtes Land, das Terra incognita zu sammeln – Geographen waren zu dieser Zeit ruhmreiche Entdecker.

Dieses Image hat sich zeitweilig ins Gegenteil verkehrt: Stadt – Land – Fluss? Und dafür ein Studium?

Mittlerweile hat sich die Geographie von den rein deskriptiven Ansätzen gelöst. Die angesammelte Wissensmenge erfordert eine Wissenschaft, die den Blick auf größere Zusammenhänge richtet und die Modellbildung in den Vordergrund stellt. So wurde im Chicago des 20. Jahrhunderts festgestellt, dass sich verschiedene Funktionen wie Industrie, Dienstleistungen und Wohnviertel an bestimmten Stellen der Stadt konzentrieren. Aus diesen Erkenntnissen wurde ein Modell abgeleitet, an verschiedenen Städten überprüft und überarbeitet. Daraus ergaben sich Leitlinien für die Stadtplanung.

Aus dem Blick auf die größeren Zusammenhänge ergibt sich eine Konkurrenz zu den anderen Wissenschaftsbereichen. Die große Bedeutung geografischer Fragestellungen ergibt sich heute aus der rapide wachsenden Erdbevölkerung und der daraus resultierenden Siedlungsverdichtung, der Verdichtung der Verkehrsnetze bei gleichzeitig zunehmender Verwundbarkeit durch Naturereignisse und einer zunehmenden Konkurrenz um natürliche Ressourcen. Die dadurch entstehenden Probleme erfordern die raumbezogene Perspektive, die von der Geografie angeboten wird. Die Geografie als Integrationswissenschaft für Probleme der Mensch-Natur-Interaktion überschreitet die Grenzen innerhalb der Natur- und Gesellschaftswissenschaften und stellt Verknüpfungen her.

Die Zukunft der Geografie liegt in der Risikoforschung mit dem Ziel, Krisen rechtzeitig zu erkennen, zu verhindern und im Bedarfsfall zu managen.
Angesichts der zunehmenden raumbezogenen Probleme stehen der Geografie vielleicht erneut ruhmreiche Zeiten bevor.
Quelle: „Das geheime Wissen der Erdkundelehrer“, Jonas Siehoff. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 23. 09.2007

Die Erdkunde am Taunusgymnasium

Den vorangestellten Gedanken möchten wir Rechnung tragen und messen dem Erdkundeunterricht eine besondere Bedeutung zu.  In der sechsten und neunten Klasse wird Erdkunde zusätzlich epochal unterrichtet, derzeit findet der Ausbau des Erdkunde-Unterrichts bis zur Abiturprüfung statt. Unterstützt wird dieses Engagement durch die derzeit modernsten Unterrichtsmedien.