Ein ganz besonderer Abiturjahrgang wurde mit einer ganz besonderen Akademischen Feier am Taunusgymnasium verabschiedet: Im stimmungsvollen Rahmen erhielten die Abiturient*innen des Jahrgangs 2021 bei strahlendem Sommerwetter im Freien ihre Reifezeugnisse – begleitet von Musik, jeder Menge guter Wünsche und gekühltem Sekt-to-Go.

Aufgrund der pandemiebedingten Hygienevorschriften hatten Herr Veltjens, Studienleiter am Taunusgymnasium, und die Organisatorin Frau Kanert die traditionelle Akademische Feier ins Freie verlegt, in den Pausenhof vor der Cafeteria. Dort fanden sich zahlreiche elegant gekleidete Gäste ein – Abiturient*innen, ihre Eltern und eine Vielzahl von Lehrkräften, die die jungen Erwachsenen zum Teil seit deren Kindheit begleitet hatten. Mit dem nötigen Sicherheitsabstand saßen die Gäste über den Schulhof verteilt und genossen das Programm aus Grußworten, Geigenmusik und Ehrungen.

In ihrer Begrüßungsrede erinnerte Frau Herbst, Schulleiterin des Taunusgymnasiums, an die pandemiebedingt schwierigen Unterrichtsbedingungen der vergangenen Monate – und an die Herausforderung für die Abiturient*innen, sich bezüglich der Prüfungen ständig neu zu orientieren. Die Ergebnisse der Prüfungen zeigten jedoch laut Frau Herbst, dass die jungen Menschen diese Herausforderung hervorragend gemeistert hätten, und damit letztlich die nötige Reife gezeigt hätten, die die Allgemeine Hochschulreife zum Ausdruck bringen solle. Denn es gehe weniger um das Wissen, das man sich angeeignet habe, sondern vielmehr um drei Dinge, die diese Reife ausmachten: Durchhaltevermögen, Organisationsfähigkeit und das Entdecken von Stärken. „Das bedeutet auch: Was hat mich geprägt, wer bin ich geworden durch diese Schulzeit hindurch?“ Und dementsprechend sei es auch wichtiger, sich zu fragen, wer man sein möchte in dieser komplizierten Welt, als zu wissen, was man nun konkret vorhabe. „Ich wünsche euch, dass ihr in dieser Schulzeit Teile einer Antwort entdecken konntet, weil ihr aus den vielen Anregungen und Aufgaben herausgefunden habt, was ihr könnt, was euch wirklich interessiert, und in welche Richtung ihr euch entwickeln wollt“, so Frau Herbst.

Und sie fügte ein weiteres Element hinzu, das gerade für diesen Jahrgang entscheidend gewesen sei: „Der Frust, und euer Umgang damit.“ Der Verzicht auf Abiturball, Studienfahrt, Mottowoche und Partys sei besonders enttäuschend gewesen. „Doch ihr habt das Beste daraus gemacht.“ Diese Fähigkeit, mit Ungeplantem und Enttäuschendem zurechtzukommen, konnten die Abiturient*innen in den vergangenen Monaten einüben, und diese Erfahrung werde ihnen im Leben noch viele Male helfen. Das Abiturzeugnis, das diese Reife bestätigt, sei auch nicht das Ende von etwas, so Frau Herbst, sondern erst der Anfang: Das Zeugnis bescheinige die Hochschulreife. „Ihr seid reif genug, um an eine Hochschule zu gehen und weiter zu reifen, euch zu entfalten, und diejenigen zu werden, die ihr sein möchtet und könnt.“

Umrahmt wurden die Redebeiträge durch hochklassige Mozart-Darbietungen von Natalie Reinhard, selbst Abiturientin, und Pauline Kaltenbach, beide an der Violine.

In seiner humorvollen, mit literarischen Bezügen gespickten Rede ging Herr Budde als Vertreter der Lehrkräfte zunächst auf die schwierigen Bedingungen der mündlichen Abiturprüfungen ein – 30 Grad Raumtemperatur und Maskenpflicht. Er betonte, dass das diesjährige Abitur ein vollwertiges sei, und kein „Corona-Notabitur“; trotzdem seien die Abiturient*innen der „Corona-Jahrgang“ mit zahlreichen Einschränkungen, etwa bei den Feierlichkeiten. Aber es sei auch etwas Besonderes zu lernen, „dass nicht immer alles geradeaus läuft“. Entscheidend werde sein, so Herr Budde, „dass ihr mit euch selbst eure Identität abklärt“, wobei einige schon recht gut aufgestellt seien, andere jedoch noch nicht. Er warnte vor der Gefahr, ein fremdbestimmtes Leben zu führen, und plädierte dafür, sich auf höhere Ziele zu berufen. Man brauche einen inneren Kompass, der die Richtung im Leben verlässlich anzeige. Das Glück im Leben müsse man sich erarbeiten – daher sei es nun die dringlichste Aufgabe herauszufinden, wofür man „brenne“.

Als Vertreterin der Elternschaft bekräftigte Frau Mosig-Miers in ihrer Rede, wie stolz die Eltern seien, dass ihre Kinder trotz aller Widrigkeiten ein richtiges Abitur geschafft hätten. Nun stünden ihnen alle Türen offen – angesichts der zahlreichen Studiengänge und Ausbildungswege sei es jedoch herausfordernd, die richtige Tür zu finden. Frau Mosig-Miers dankte auch den Lehrkräften für ihr Engagement, gerade auch in den schwierigen Zeiten der Pandemie. Schließlich wünschte sie den Abiturient*innen, dass sie beruflich und privat ihren Weg finden. „Ihr seid die Zukunft, und die Zukunft gehört euch! Macht das Beste daraus!“

In ihrer Rede von Seiten der Abiturient*innen ging Lucia Drosdowski auf die besonders wichtige Rolle von Freundschaften im Schulleben ein: „Schule bedeutet auch, Freundschaften zu schließen, die manchmal für ein ganzes Leben geschaffen sind“. Freunde, die einen motivierten, mit denen man lachen konnte, die einen nach Misserfolgen wieder aufbauten – diese Freunde nicht mehr jeden Tag zu sehen, werde ungewohnt und schmerzhaft sein. Sie dankte auch den Eltern für ihre Unterstützung, nicht zuletzt auch für das Kochen des Lieblingsessens nach der Schule. Sie betonte die bereichernde Vielfalt innerhalb des Jahrgangs; jeder habe individuelle Ziele, aber eines hätten sie alle gemeinsam: „Wir haben nicht aufgegeben in dieser schweren Zeit, wir haben nicht aufgehört zu träumen und nach unserem Glück zu streben. Und wenn wir gefallen sind, dann sind wir alle gemeinsam wieder aufgestanden.“

Herr Klempert, Vertreter des Fördervereins der Ehemaligen und Förderer des Taunusgymnasiums (BEFT), blickte in seinem Grußwort auf seinen eigenen Werdegang zurück. Nach seinem Abitur am Taunusgymnasium habe er zunächst kein großes Ziel gehabt, aber in den folgenden Jahrzehnten habe er seinen Weg gefunden und dabei festgestellt, dass sich die Schulzeit im Nachhinein als sinnvoll erwiesen habe: „Wie prägend diese Zeit war, kann man erst in der Rückschau richtig ermessen.“ So stellten sich bei ihm schulische Erfahrungen aus Informatik, Schülervertretung und Deutsch erst 15 Jahre später bei seiner Mitarbeit an der Internet-Plattform Wikipedia als richtungsweisende Erfahrungen heraus. Er betonte wie Frau Herbst die Wichtigkeit des flexiblen Umgangs mit Unerwartetem – in der Berufswelt „Agilität“ genannt. Sein Fazit: Wenn die Abiturient*innen jetzt noch keine Ziele vor Augen hätten, sei dies kein Grund zur Beunruhigung, da die Zeit alles weisen werde.

In seinem Grußwort thematisierte Herr Veltjens, Studienleiter des Taunusgymnasiums, die Benennung der einzelnen Generationen, die mittlerweile bei der „Generation Z“ angekommen ist. Gegen den Begriff der „Generation Corona“ sprach er sich klar aus, auch wenn die Folgen der Pandemie diese Generation noch lange beschäftigen werden. Auch die abgelegten Prüfungen seien kein Corona-Notabitur; die Noten seien so aussagekräftig wie die der vorangegangenen Jahrgänge auch. Herr Veltjens füllte den Begriff der „Generation Z“ mit neuen Inhalten: „Z“ stehe für „Zukunft“, in der die Bereiche Digitalisierung, Klima und Demokratie maßgeblich seien, und Bildung sei die Voraussetzung dafür, diese Herausforderungen zu meistern. „Z“ stehe auch für „Zupacken“, eine Eigenschaft, die Herr Veltjens den Abiturient*innen bestätigte. Und nicht zuletzt stehe „Z“ für „Zeugnisse“ – mit dieser Überleitung begann ein Reigen an Ehrungen, gefolgt von der Zeugnisübergabe.

Zunächst wurden zahlreiche sozial engagierte Schülerinnen und Schüler gewürdigt, die im Nachhilfepool, in der Hausaufgabenbetreuung, bei der Leitung der Schach-AG, in der Schülervertretung, beim Sanitätsdienst und beim Entwicklungshilfeprojekt Amguri mitwirkten. Der alljährliche Dieter-Behrend-Preis für gesellschaftliches und politisches Engagement ging an Julius Gerstein, der sich durch sein kritisches Denken und seinen verlässlichen Einsatz auch für seine Mitschüler*innen auszeichnete.

Herr Veltjens lobte auch die großen fachlichen Leistungen des Jahrgangs – 43 der 100 Abiturient*innen hatten eine 1 vor dem Komma. Sechs von ihnen erreichten sogar die Traumnote 1,0: Christina Herold, Silja Kasper, Teya Desislavova Petkova, Julius Gerstein, Benedict Göbel und Jonathan Smith. Sie erhielten eine besondere Ehrung und einen riesigen Applaus.

Der Preis der Deutschen Gesellschaft für Philosophie ging an Johanna Grabe, die jahrgangsbeste Abiturientin im Fach Ethik. Als MINT-Schule ist das Taunusgymnasium stolz auf seine herausragenden Schüler*innen in den Naturwissenschaften. Und so wurden zahlreiche besonders begabte Abiturient*innen ausgezeichnet – mit dem Preis der Gesellschaft deutscher Chemiker, dem Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, dem Preis der Deutschen Mathematischen Vereinigung sowie dem Erdkunde-Preis.

Zahlreiche Abiturient*innen wirkten zudem jahrelang in den musikalischen Ensembles des Taunusgymnasiums mit, darunter dem Orchester und der Big Band. Diese hervorragenden Musiker wurden von Herrn Neubeck und Herrn Hublow geehrt.

Und dann kam der große Moment: Die einzelnen Tutorengruppen versammelten sich, erhielten von Frau Herbst das Abiturzeugnis und persönliche Glückwünsche sowie von ihren Tutoren eine Rose. Die Stimmung war ausgelassen, als die Helfer aus der Q2 mit gekühlten Piccolo-Sektflaschen (eine Spende des WoB) durch die Reihen zogen und die Feiernden und ihre Familien – natürlich mit dem gebührenden Abstand – auf die erreichten Erfolge anstießen. Eine stimmungsvolle Feier ging zu Ende; doch im familiären Rahmen wurde an diesem wunderbaren Sommertag sicher noch lange weitergefeiert.   (Rmy)

 

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