Dass es in der damaligen DDR gar nicht so einfach war, bei Wahlen gegen die damals vorherrschende Regierungspartei zu stimmen, war nur eine interessante Erkenntnis der Projekttage, an denen diese Woche die Klasse 10 e und die Klasse 10 b teilnehmen durften. Die interaktiven Workshops wurden von dem Bildungsreferenten der Deutschen Gesellschaft e. V. Dr. Marius Kleinknecht geleitet und umfassten jeweils 4 Schulstunden.

 

Zum Einstieg wurde gesammelt, was die Schülerinnen und Schüler mit „Typisch Ossi“ und „Typisch Wessi“ verbinden. Danach folgte eine thematische Einführung, angefangen beim Ende des 2.Weltkrieges, über die doppelten Staatsgründung bis hin zu Besonderheiten der beiden deutschen Staaten. Besonders interessant war hier, wie in der DDR eine aus heutiger Sicht beeindruckende Wahlbeteiligung von durchgängig mindestens 98 % erreicht werden konnte und eine Zustimmung von konstant über 99 % der wahlberechtigten Bevölkerung regelmäßig verkündet werden konnte.

So wurde anhand verschiedener Wahlzettel gezeigt, dass es gar nicht so einfach war, der damals üblichen Einheitsliste nicht zuzustimmen. Nicht nur, dass es schon als verdächtig galt die Wahlkabine zu benutzen, nein, auf den Einheitslisten gab es keine Feld auf dem man hätte für „Nein“ stimmen können. Selbst ein diagonales Durchstreichen der aufgeführten Kandidaten, oder ein „Anarchie- A“ wurden als Zustimmung gewertet.

Im Anschluss beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen Themen über das Leben und den Alltag im geteilten Deutschland, die im regulären Unterricht oft zu kurz kommen. So wurden beispielsweise Wohnbedingungen, Urlaubsmöglichkeiten, Jugendgruppen und Jugendideale, wie auch die Rolle der Frau vergleichend betrachtet. Gewinnbringend waren hier insbesondere die zahlreichen bildlichen Quellen und Videoclips aus Ost und West, in denen auch Zeitzeugen zu Wort kamen.

Susanne Nowka